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22/11/2004 [#] Marketing | Media | Werbung
Klingt unrealistisch? Richtig! Denn noch macht Onlinewerbung am Gesamtbudget der meisten Unternehmen erst knapp über 3 Prozent aus und die Schätzungen für 2005 liegen bei 4 bis 5 Prozent. Aber: Es gibt Ausnahmen. Zum Beispiel SonyEricsson, wo bereits heute rund 3o Prozent des globalen Marketingetats in Onlinewerbung investiert werden. Andrew Warner, neuer Global Brand Director von SonyEricsson und früher Marketingleiter von bbc.co.uk, brachte es in einer Rede am Institute of Practitioners in Advertising's [IPA] auf den Punkt:
"People who say online advertising doesn't build brands are talking absolute rubbish. ... We have to stop presenting online as a cheap, second-tier medium."
Den Preisfaktor unterstrich Rory Sutherland, Creative Director von OgilvyOne Worldwide:
"We have to become more expensive - that way we'll get more attention. It's crazy, but true. ... Individual media are allocated scientifically, but disciplines are not. That is usually done on a whim." [Adverblog, Intellagencia]
22/11/2004 [#] Media | Weblogs
ClickZ liefert einen schönen Überblick der verschiedenen Zählungen und Mutmaßungen über die statistische Dimension der Blogosphäre. Die letztendlich wichtigste Erkenntnis: Das Wachstum ist enorm, die Kontinuität hingegen eher schwach ausgeprägt. Ganz offensichtlich übersteigt allerdings das Wachstum bei weitem das Verschwinden oder Ruhen älterer Weblogs. Konsequenzen für die weitere Entwicklung der Blogosphäre lassen sich daraus allerdings kaum ableiten: Noch befindet sich das "Phänomen" Weblogs, respektive Personal Web Publishing, schlicht in seiner Kinderstube. ... Und dort darf ja bekanntlich ausgiebig gespielt werden.
[tagesschau] Das Online-Weihnachtsgeschäft, das ist der Umsatz in den Monaten November und Dezember, schätzt der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels [HDE] für 2004 auf 3,2 Milliarden Euro. Das sind knapp fünf Prozent des gesamten Weihnachtsgeschäftes im deutschen Einzelhandel. Die im Internet besonders gut laufenden Waren gehören zu den beliebten Geschenken: Digitalkameras und MP3-Player, DVDs, CDs, aber auch Bücher, Bekleidung sowie Tickets zählen zu den Verkaufsrennern beim Internet-Kauf.
Immer noch wird das Internet häufig als Werkzeug und weniger als originäres Medium angesehen. Doch die stärkere Nutzung über Breitbandzugänge stellt Inhalte, von Filmen über Musik bis hin zu Nachrichten, in den Mittelpunkt: 40,2 Prozent der Nutzungszeit entfallen laut Nielsen//NetRatings bereits heute auf den Abruf von Inhalten. Dieser Bereich des Netzes führt damit deutlich vor Suchmaschinen, eCommerce und Kommunikation. Das Internet wird zur primären Informationsquelle, Nachrichtenquelle aber auch zum Unterhaltungsmedium. Nielsen bestätigt damit die kürzlich veröffentlichen Ergebnisse des Center for the Digital Future, wo ebenfalls der Breitbandzugang als wichtigster Motor für das 'Internets als Medium' hervorgehoben wurde.
[ClickZ] Laut einer Umfrage von Unicast unter Werbetreibenden und Agenturen gehen 7o Prozent der Befragten von einem höheren eigenen Engagement in Onlinewerbung in 2005 aus. Ein besonderes Interesse besteht dabei an Onlinevideos, deren Relevanz als Webtechnologie von 88 Prozent der Befragten zukünftig als ebenso wichtig wie der Einsatz von Flash angesehen wird. Rich Media kann - zumindest in den USA - bereits in diesem Jahr als einer der wichtigsten Motoren für zusätzliche Investitionen in Onlinewerbung angesehen werden. Daneben waren es aber vor allem die deutlich größeren Werbeformate, welche gerade die großen Marken ins Internet bewegen.
Preissuchmaschinen gelten als Killerapplikation für Konsumenten in den unendlichen Weiten des Internets. Doch der Preis von Gütern und Leistungen bleibt auch in Zeiten der vereinfachten Vergleichbarkeit nur ein Element bei der Kaufentscheidung. Die Loyalität der eigenen Kunden kann die Preisfrage auch online schnell zum kippen bringen:
"Those who win that loyalty, and who get a good reputation as a result", Baye [Indiana University] says, "tend to get better traffic from consumers and move more goods. And if a firm gets a better reputation relative to competitors selling equal goods, they can charge more... "If the cost of information goes to zero, will all firms charge the same low price?" Baye asks. "I think that's true without loyalty, and to that end vendors have invested a lot in building loyalty." [Getting The Price Right, Forbes]
Nicht nur in den USA verliert das Fernsehen bei der Mediennutzung Zeit an das Internet: auch in Europa nutzt mehr als ein Drittel der Onliner das Fernsehen seltener. Laut einer aktuellen Studie der EIAA macht die Internetnutzung mittlerweile 2o Prozent, also ein Fünftel der gesamten Mediennutzungszeit aus. Damit liegt es auf dritter Stelle hinter Radio [3o Prozent] und Fernsehen [33 Prozent] und deutlich vor Magazinen [8 Prozent] und Zeitungen [11 Prozent], insgesamt also erstmals vor dem Printsektor allgemein. Dabei sind 42 Prozent der europäischen Onliner mittlerweile täglich im Netz und jeder Zehnte surft bereits 25 Stunden pro Woche. Das Image des Internets als Informationskanal könnte dabei kaum besser sein: Es gilt als das zeiteffizienteste Medium, das permanenten Zugang zu Informationen ermöglicht.
Definitionen haben bekanntlich eine ganz spezielle Form von Eigendynamik. Und gerade Allgemeinplätze wie 'Marketing' sind dafür besonders anfällig. Wie gut also, dass die American Marketing Association [AMA] nach fast 2o Jahren eine Neudefinition wagt:
"Marketing is an organizational function and a set of processes for creating, communicating, and delivering value to customers and for managing customer relationships in ways that benefit the organization and its stakeholders."
Nicht, dass die AMA damit etwas wirklich Neues erzählen würde oder gar eine normative Definitionshoheit hätte, aber der Unterschied zur bisherigen Definition erzählt doch eine spannende Geschichte, die in den letzten Jahren abgelaufen sein muss:
"Marketing is the process of planning and executing conception, pricing, promotion and distribution of goods, ideas and services to create exchanges that satisfy individual and organizational goals."
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